1. Mannschaft: 1:1 der richtig guten Sorte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stefan Kraus   
Sonntag, 02. Oktober 2011 20:07
Die 1. Mannschaft hatte sich für das Spiel gegen Schwerin viel vorgenommen, hatte man doch in der derzeitigen Situation nicht mehr viel zu verlieren. Doch dies schien nicht der dringlichste Punkt zu sein, viel mehr merkte man der Mannschaft die gesamte Woche über an, dass sie die schlechten Eindrücke und teils dämlichen Bemerkungen aus dem Umfeld nicht auf sich sitzen lassen wollte. Sei es verbal, indem man sich dienstags, ich bitte um Verzeihung, mal richtig auskotzte, oder donnerstags in Einzelgesprächen bzw. indem es beim Training sportlich richtig zur Sache ging.

Von der Trainerseite gab es ebenfalls deutliche Umstellungen in der Mannschaft. Der wiedergenesene Till Ötting übernahm die Liberoposition, im Mittelfeld besetzten erstmals Grahl und Boullier die Außenpositionen. In der zentralen Defensive blieb es beim bewährten Pärchen Knieriem und Mustroph. Offensiv installierte man mit Dario Phillipp neben Max Nennstiel einen zweiten, verkappten Zehner, der für zusätzliche Impulse sorgen sollte. In vorderster Front war  es diesmal an Lars Ötting für Torgefahr zu sorgen.

Die Mannschaft legte auch richtig gut los, aggressiv in den Zweikämpfen, nah am Mann und lauffreudig trotz gefühlter 40° und mehr auf dem Schweriner Grün. Allerdings schien es so als ob sich die Schweriner mit ihrem passsicheren, schnellem Spiel in die Spitze leichte Vorteile erarbeiten sollten, ohne wirklich große Torgefahr zu verbreiten.  Hörde spielte heute sehr diszipliniert und gefällig, allerdings oft ohne den letzten Zug zum Tor. Zwischendurch schlichen sich immer mal wieder Ideenlosigkeiten und überhastetes Passspiel ein, so dass man die Bälle wieder hoch über Freund und Feind hinweg in die Spitze drosch. In diesen Phasen war es gut zu sehen das mit Till Ötting und Mirko Mustroph endlich mal zwei Führungsspieler auf dem Platz standen die wieder Ruhe und Ordnung in die junge Hörder Truppe brachten.
Allgemein plätscherte die 1. Halbzeit lange dahin, ohne dass sich eine Mannschaft nennenswerte Vorteile erspielen konnte. Beide Seiten wären mit einem 0:0 zur Pause sicherlich zufrieden gewesen, wäre da nicht die riesen Doppelchance von L. Ötting und Max Nennstiel gewesen, die den Schweriner Torhüter zweimal mit dem Kopf prüften. Leider schien dieser heute einen guten Tag gehabt zu haben und fischte die Bälle sehenswert aus dem Toreck.

Nach der Pause machte der HSC da weiter wo er aufgehört hatte und legte sogar noch eine Schüppe drauf. Nach und nach eroberte man sich Feldvorteile und schaffte es mit schönem Flügelspiel die Schweriner Deckung ins Wanken zu bringen, einzig es brachte nichts ein.

Und so kam es wie es so oft kommt wenn man unten drin steht. Ein abermals vermeidbarer Ballverlust in der Vorwärtsbewegung ebnete Schwerin den Weg über den rechten Flügel, den Torschuss auf die präzise Flanke unterbanden Schröter und Mrugalski  noch mit vollem Einsatz, aber natürlich landete der Abpraller wieder vor den Füßen des Schweriner Angreifers, der den Ball im zweiten Anlauf versenkte (57. Minute).

Alles ging den gewohnten Gang sollte man meinen. Doch der HSC zeigte diesmal ein anderes Gesicht, die Mannschaft schüttelte sich kurz und weigerte sich dieses Spiel verloren zu geben. Ein ums andere Mal trieb Hörde den Ball über die Außen nach vorne und erspielte sich zahlreiche Einschussmöglichkeiten, die aber auch ein ums andere Mal nicht den gewünschten Erfolg brachten.
In der Rückwärtsbewegung gab die Mannschaft nun keinen Meter Boden mehr gut, ging bissig in die Zweikämpfe und kaufte Schwerin mehr und mehr den Schneid ab, allein die Zeit lief davon.

Wer sich aber so vehement gegen eine drohende Niederlage stellt, dem kommt auch mal das Glück zu Hilfe. An Mangel an Anspielstationen dribbelt Marcel Grahl über den halben Platz um ihn letztendlich in die Mitte zu treiben, der abgewehrte Ball landet genau vor den Füßen von Mirko Mustroph, der das Leder aus gut und gerne 25 Metern in den linken Torwinkel hämmert (82. Minute). Der Ausgleich war eine riesen Erleichterung und setzte nochmal letzte Kräfte frei. Die eingewechselten Jörn Kaufmann, Alex Pietryga und Daniel Seelbach taten ihr Übriges und trieben die Mannschaft nochmal nach vorne. Doch erst Pietryga, dann Kaufmann scheiterten nach schönen Einzelaktionen mit ihren Versuchen. Aber der Sieg wäre immer noch möglich und verdient gewesen, hätte bei einer 5 gegen 2 Überzahlsituation nicht die letzte Konzentration gefehlt, nach der der Schiedsrichter die glücklichen Schweriner erlöste.

Fazit: Ein riesen Schritt in die richtige Richtung!

 
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